Madame de Pompadour, Gemälde von François Boucher, 1757




Roter Ledereinband mit Madame de
Pompadours Wappen. Alle ihre Bücher waren
in Leder gebunden und mit ihrem Wappen
versehen. Ihre Bibliothek umfasste
3.525 Bände.
Madame de Pompadour
Jeanne-Antoinette Poisson, Marquise de Pompadour

geboren am 29. Dezember 1721 in Paris, Frankreich
gestorben am 15. April 1764 in Versailles, Frankreich

Madame de Pompadour kam als Jeanne-Antoinette Poisson zur Welt. Ihr Vater war bei den Gebrüdern Paris, die die Wirtschaft Frankreichs lenkten, als Haushofmeister beschäftigt. Obwohl ihre Eltern nicht der Aristokratie angehörten, wurde Jeanne-Antoinette so erzogen, dass sie einst die Frau eines reichen Mannes werden konnte. Sie war außerordentlich talentiert, konnte schauspielern, tanzen, singen und spielte Klavichord. Durch ihre Hochzeit stieg sie in der Gesellschaft auf und wurde als Star der Pariser Salons überall bekannt. Voltaire traf sie sowohl in den Häusern seiner Freunde und gehörte auch ihrem Salon an. Er stellte fest, dass sie "gut erzogen, reizend, angenehm, bezaubernd und talentiert" war.

Im Jahre 1744 erregte Jeanne-Anette die Aufmerksamkeit des Königs Ludwig XV. und wurde dessen Mätresse. Sie ließ sich scheiden und erhielt den Titel einer Marquise de Pompadour. Ludwig XV. neigte dazu, immer gelangweilt zu sein, aber Madame de Pompadour wusste ihn zu unterhalten. Sie hatte in Versailles ein kleines Theater errichten lassen und ließ dort Stücke eigens für ihn aufführen. Sie beauftragte bekannte Künstler mit der Gestaltung der Szenenbilder und François Boucher entwarf kunstvolle Kostüme für die Schauspieler. Madame de Pompadour spielte die Hauptrolle und leitete die Aufführungen. Die anderen Rollen wurden mit Höflingen besetzt.

Sowohl der König, als auch Madame de Pompadour liebten Tiere. Unter ihren Haustieren befanden sich Affen, Hunde und viele verschiedene Vogelarten. Ludwig besaß eine große, weiße Angorakatze und Madame de Pompadour befand sich in ständiger Begleitung eines winzigen Hündchens.

Ludwig XV. und Madame de Pompadour hatten ebenfalls ein gemeinsames Interesse an Architektur und den schönen Künsten. Madame de Pompadours Bruder war zum Leiter der königlichen Gebäude ernannt worden und plante gemeinsam mit dem König und Madame de Pompadour eine Anzahl von kostspieligen Palästen, Pavillons und Sommerhäusern. Sie förderten gleichfalls alle Arten der dekorativen Künste. Maler, Bildhauer, Kunsttischler und Kunsthandwerker aller Art wurden mit der Dekoration der Gebäude beauftragt und schufen geschmackvolle Kunstwerke. Die Periode von Madame de Pompadours Einfluss wird als die des raffiniertesten Geschmacks in Frankreich betrachtet.

Madame de Pompadour hätte gerne die Literatur gefördert, indem sie den talentierten Schriftstellern, die sie von den Pariser Salons her kannte, eine Pension gewähren wollte. Ihre Versuche, den König in diese Richtung zu beeinflussen hatten nicht sehr viel Erfolg. Er hatte keine literarischen Interessen und konnte Intellektuelle nicht leiden. Ludwig meinte, dass dies keine gute Idee sei, zumal es viel zu viele Schriftsteller gab.

Es gab jedoch am Hofe einen Bedarf an schriftstellerischer Begabung. Über das Drängen von Madame de Pompadour wurde Voltaire im Jahre 1745 zum königlichen Geschichtsschreiber mit einem Jahresgehalt von 2 000 livres ernannt. Voltaire bekam in Versailles ein Zimmer und es ist anzunehmen, dass er viel Zeit in den Palastarchiven verbrachte, um Nachforschungen für sein Buch über die Regierungszeit Ludwigs XIV. anzustellen.

Am 11. Mai 1745 schlugen die Franzosen die Engländer bei Fontenoy und Voltaire schrieb, um an diesen Sieg zu erinnern, ein Gedicht von 350 Zeilen.


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