Français
English
Deutsch
Home
Schlossbesichtigung
Besichtigungszeiten und Landkarte
Voltaire
Emilie du Châtelet
Eine Liebesgeschichte Voltaire und Emilie
Bildergalerie
Das kleine Theater in Cirey
Die Restaurierung des Schlosses
Hotels/Links
Übersicht
|

Vor der Renovierung
|
|

Nach der Renovierung
|
|
Voltaires kleines Theater
Voltaires kleines Theater im Schloss Cirey ist historische besonders wertvoll und eines der wenigen heute noch existierenden frühen Theater in Frankreich.
Es gibt heute wahrscheinlich noch dreißig private Schlosstheater in Frankreich, viele davon sind in einem kritischen Zustand. Glücklicherweise wurde Voltaires kleines Theater 1999 restauriert.
Das älteste noch erhaltene private Theater
Das kleine Theater in Cirey ist eine der ältesten Bühnen Frankreichs und wurde 1735 erbaut. Mit Ausnahme der berühmten Oper von Versailles (1770) und dem bezaubernden Theater der Königin im kleinen Trianon in Versailles (1780), gibt es in Frankreich aus dem 18. Jahrhundert kein anderes privates Theater mehr. Das kleine Theater wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts benützt und war einigen Veränderungen ausgesetzt.
Die Anfänge der französischen Theaterarchitektur liegen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Man findet Theaterbauten, die nur zu diesem Zweck dienten, selten vor dieser Zeit. Bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts gab es nur wenige Theater, und die bereits vorhandenen waren für Aufführungen mangelhaft ausgeführt. Es ist verwunderlich, dass in Frankreich, einem Land, welches das Theater als Teil seines Kulturgutes betrachtet, die Entwicklung von Theaterbauten im Vergleich zu Italien so langsam voranging.
Voltaire selbst beklagte sich nach dem Misserfolg seines 1748 in Paris aufgeführten Theaterstückes "Semiramis" über diese Verhältnisse. Er schrieb diesen Misserfolg dem traurigen Zustand des Theatersaals in der Comédie française zu. Da es noch zehn Jahre dauern sollte, bis in Frankreich Theater nach italienischem Vorbild gebaut wurden, ging Voltaire rasch daran, in Cirey ein geeignetes Theater einzurichten.
Trotz seiner geringen Größe besaß Voltaires kleines Theater alle notwendigen Bestandteile für eine erfolgreiche Aufführung. Voltaire bestimmte die Bühne zur alleinigen Verwendung durch die Schauspieler. Zu dieser Zeit waren in Frankreich die Zuschauer, die mehr daran interessiert waren, gesehen zu werden, als das Stück zu betrachten, links und rechts auf der Bühne platziert. Es gab eine Loge für die beste Sicht und ein immer gleichbleibendes Szenenbild, welches als Hintergrund für die Aufführungen diente.
Besonders hervorzuheben ist, dass dies das einzige noch erhaltene, von Voltaire geschaffene Theater ist, Frankreichs bekanntestem Verfasser von Theaterstücken. Das "Théâtre des Délices" und das Theater in Ferney, die er nach seinem Auszug aus Cirey errichtete, gibt es nicht mehr. Deshalb ist Cirey von besonderem historischen Wert.
Das Theater
Das kleine Theater besteht aus einem kleinen, im Dachboden versteckten Raum mit fünf Bänken, die etwa fünfzehn Zuschauern Platz boten. Es gibt eine kleine erhöhte Bühne, von einem brüchigen Papierrahmen umgeben, der mit "Trompe-l'oeil" (= Illusionistischer) Malerei versehen ist.
Der Bühnenvorhang besteht aus mehreren zusammengenähten Stoffbahnen und ist ebenfalls mit "Trompe-l'oeil" Malerei versehen. Seine gut erhaltene blaue Farbe gab dem Theater zusätzlichen Glanz. Das über der Bühne angebrachte Mittelmedaillon ist abnehmbar. Das gezeigte Wappen konnte durch andere Tafeln ersetzt werden, auf denen die Titel des Theaterstückes geschrieben waren. Einige dieser Tafeln wurden im Rahmen der Restaurierung gefunden. Leider sind sie unleserlich geworden.
Falls Mme. du Châtelet keine Rolle in der Aufführung innehatte, saß sie in ihrer eigenen Loge, die von einem bemalten Holzgeländer umgeben war. Auf der gegenüberliegenden Seite des Raums war, um die Symmetrie zu erhalten, eine "Trompe-l'oeil" Malerei angebracht, die eine andere Gruppe von Zuschauern in deren Loge darstellte. Diese Mauer war im vorigen Jahrhundert teilweise mit Gips überdeckt worden, da sich der Geschmack geändert hatte.
Das Original zeigte einen wollüstigen Priester, der sich über das schwindelerregende Dekollete einer jungen Dame beugt. Die Hand der jungen Dame blieb auf der rechten Seite des Balkons erhalten. Es ist amüsant, dass die einzige noch dargestellte Person ebenfalls auf die schöne, junge Person blickt und dem Geschehen auf der Bühne keine Aufmerksamkeit schenkt.
Die Szenerie
Es gibt drei verschiedene Bühnenbilder. Sie bestehen aus bemalter Leinwand, die auf hölzerne Rahmen aufgespannt wurde.
* Die ländliche Stube
Die ländliche Stube zeigt eine bescheidene, durch Illusionsmalerei noch ergänzte Einrichtung. Der Gesamteindruck ist bezaubernd und realistisch.
|
|