Diese Seite beschreibt Persönlichkeiten aus dem Leben Emilies du Châtelet.


Marquis Jean François de Saint-Lambert, Bildnis eines unbekannten Künstlers Marquis Jean François de Saint-Lambert
(1716-1803)

Saint-Lambert bekleidete den Rang eines Hauptmanns beim Militär des Herzogtums Lothringen. Dieser große, gutaussehende und etwas zurückhaltende Offizier fiel Madame de Boufflers, der Mätresse König Stanislaus, auf und die beiden waren einige Zeit ein Liebespaar. Saint-Lambert war Mitglied der Akademie und schrieb akzeptable Verse über die Natur. Er verfügte nicht über die bei Höflingen so geschätzte fröhliche Natur, lachte niemals, schmeichelte niemandem und dennoch fanden ihn die Damen schrecklich anziehend.

Im Jahre 1747 zog Saint-Lambert in den Krieg und entdeckte bei seiner Rückkehr, dass Madame de Boufflers ihn durch einen anderen Liebhaber ersetzt hatte. Als Emilie du Châtelet in Lunéville ankam, ergriff Saint-Lambert die Gelegenheit, Madame de Boufflers eifersüchtig zu machen und begann mit Emilie zu flirten. Anstatt aber eifersüchtig zu werden, lachte Madame de Boufflers nur darüber und ermutigte die Verbindung. Saint-Lamberts Plan ging nicht auf und sein Gesellschaftsspiel wurde rasch zu einer Liebesaffäre, mit der er nicht gerechnet hatte.

Emilie, die in allem, was sie tat, übertrieb, benahm sich wie ein Schulmädchen, das zum ersten Mal verliebt war. Sie schrieb Notizen auf mit Spitzen dekoriertem Papier und versteckte diese in Madame de Boufflers Harfe, damit Saint-Lambert sie dort während der Abendgesellschaft finden konnte. Die Affäre dauerte mehrere Monate und Voltaire wusste nichts von dieser Situation oder tat zumindest so.

Das Ergebnis dieser Affäre war, dass Emilie schwanger wurde. Im 18. Jahrhundert überlebten Frauen, die die Vierzig überschritten hatten, selten eine Geburt und Emilie war tatsächlich davon überzeugt, diese Schwangerschaft nicht zu überleben. Es wurde geplant, dass das Kind in Lunéville zur Welt kommen sollte, wo Emilie Zugang zu den Hofärzten hatte. Sodann begann Emilie siebzehn Stunden pro Tag zu arbeiten, um ihre Übersetzung von Newtons "Prinzipien" fertig zu stellen. Sie war fest entschlossen, ein Denkmal zu ihrem Ruhme zu hinterlassen. Emilie und Voltaire kehrten Ende des Jahres 1748 nach Paris zurück und Alexis-Claude Clairaut korrigierte ihr Manuskript und überprüfte ihre Berechnungen.

Im Juni 1749 kam das Paar nach Cirey zurück und blieb zwei Wochen lang, während derer Emilie ihre Papiere ordnete.

Im September schenkte Emilie im Schlosse Stanislaus in Lunéville einem Mädchen das Leben. Emilie starb einige Tage später, am 10. September 1749 und auch das Kind starb bald darauf. Stanislaus gab Emilie ein Staatsbegräbnis, sie ist in der Kathedrale von Lunéville begraben.

Saint-Lamberts Affäre mit Emilie war ein Spiel, welches tragisch endete. Voltaire kehrte nach Schloss Cirey zurück, nahm seine Papiere und Habseligkeiten und reiste zu seiner Nichte nach Paris.


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