Diese Seite zeigt Persönlichkeiten aus dem Leben Emilies du Châtelet.



Ausschnitt aus: Marie Leszczynska von Carle Van Loo, Louvre, Paris
Marie Leszczynska - Königin von Frankreich
geboren am 23. Juni 1703 in Breslau, Schlesien
Gestorben am 24. Juni 1768 in Versailles, Frankreich

Maria Leszczynska, Gattin Ludwig XV., verbrachte die meiste Zeit ihrer Ehe in einigen kleinen Räumen in Versailles. Währenddessen hatte ihr Ehemann eine Reihe von Mätressen und schloss sie vom höfischen Leben aus.

Maria war die Tochter Stanislaus Leszzynskis, der, nachdem König Karl XII. von Schweden dieses Gebiet in einer militärischen Aktion eingenommen hatte, den polnischen Thron einnahm. Stanislaus wurde 1709 entmachtet, nachdem die Schweden das Land, ohne ihm militärische Unterstützung zu gewähren, verlassen hatten. Stanislaus, ein König ohne Land, irrte, die Türkei und Schweden mit eingeschlossen, von einem Zufluchtsort zum anderen. 1725 lebte er von der Gnade des französischen Königshofes in Weissenburg, einer kleinen Stadt im Elsass.



Maria Leszczynska wurde unter 99 heiratsfähigen Prinzessinnen ausgewählt, die Frau Ludwigs XV. zu werden. Die Entscheidung zugunsten der polnischen Prinzessin war aber in Wirklichkeit ein Versuch des Herzogs von Bourbon und dessen Mätresse, Madame de Prie, um ihre eigene Machtstellung abzusichern. Sie wählten Maria auf Grund ihrer extremen Armut, im Glauben, dass diese die beiden bei der Kontrolle des Königs unterstützen würde, da sie ihren Aufstieg alleinig der Gunst der beiden verdankte.

Als die beiden verheiratet wurden, war Maria Leszczynska 23 und Ludwig 16 Jahre alt. Maria war eine sehr ruhige, sanfte und extrem fromme Person, die ihre Pflicht dadurch erfüllte, indem sie zehn Kinder gebar und dem Thron einen Erben schenkte. Während der ersten neun Jahre war Ludwig ein vorbildlicher Ehemann, was auf seine religiöse Erziehung und die normale Schüchternheit seiner Jugend zurückzuführen ist.

Im Jahre 1733, mit 25 Jahren, nahm er sich der König seine erste Mätresse. Dieses Verhältnis wurde vier Jahre lang geheimgehalten. 1737 gebar die Königin ihr zehntes und letztes Kind. Von dieser Zeit an behandelte der König seine Frau mit eisiger Höflichkeit und richtete niemals das Wort an sie, ausser, wenn andere Personen anwesend waren. Er stattete ihr täglich aus Gründen der Etikette einen kurzen Höflichkeitsbesuch ab. Abgesehen davon, führten beide ein getrenntes Leben.

Die Königin unterhielt in ihren Gemächern ihren eigenen Hofstaat, empfing Gäste und erfüllte zeremonielle Aufgaben. Als sich Voltaire und Emilie du Châtelet in Versailles aufhielten, gehörte Emilie zum Hofstaat der Königin und genoss das hohe Vorrecht, im Beisein der Königin zu sitzen.

Maria Leszczinska war äußerst fromm und ging morgens und nochmals um ein Uhr mit ihrem gesamten Hofstaat zur Messe. Ludwig XV. zog die Gesellschaft seiner Mätressen vor und Maria war in die täglichen Aktivitäten des Hofstaates des Königs nicht mit eingeschlossen.

Im Gegensatz zu Ludwig, der von allem gelangweilt war, war die Königin sehr Musik begeistert, sie malte ein wenig, stickte und spielte Gitarre, sowie Cembalo.

Abends pflegte sie mit einer kleinen Gruppe von Freunden, die die Unterhaltung liebte, zu speisen, oft wurde auch Karten gespielt.

Die Königin war in keinerlei Hofintrigen verwickelt und hatte ein ruhiges, friedvolles Leben. Sie starb 1768 im Alter von 65 Jahren.


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